das erste komplette Jahr Fernwärme mit Geothermie Unterhaching ist jetzt rum. Ich finde das ist auch ein guter Zeitpunk sich mal ein paar Augenblicke Zeit zu nehmen und ein bisschen Statistik zu betreiben. Denn für mich sind folgende Punkte recht interessant: wie teuer/günstig ist die Fernwärme, wie gut ist die Wärmedämmung meines Baufritz-Haus nun wirklich und wie ist der CO2 Ausstoß bzw. die Einsparung.
Als erstes mal der Verbrauch in 2011 für Heizung und Warmwasser. Der Gesamtverbrauch lag bei etwas über 11 MWh was in etwa 1600 € Kosten verursachten wird (Abrechnung ist noch nicht eingetroffen)

Die Grafik oben zeigt den monatlichen Verbrauch und den kumulierten Verbrauch über das vergangene Jahr 2011. Das letzte Jahr wahr wohl eher ein durchschnittliches Jahr, was den Energieverbrauch betraf.
Jetzt wirds ein bisschen spannender, was für Zahlen kann ich daraus ableiten:
Kosten pro m2/Jahr: ca. 10,23€
Kosten pro kWh: 0,14 €
Verbrauch pro m2 Gebäudenutzfläche: ca. 40 kWh(m2/a)
Verbrauch pro m2 Wohnfläche: ca. 71,73 kWh/(m2/a)
Und was bedeutet das jetzt im Vergleich. Ich habe jetzt auch mal aus den alten Abrechnungen die Kosten früher berechnet. (Altes, schlecht isoliertes Haus geheizt mit Gas, inkl. Nebenkosten ohne Kosten für die Heizungsinvestition) Ich habe die Jahre 2007-2009 gemittelt.
Kosten pro m2: ca. 12,30€
Kosten pro kWh: 0,17 €
Verbrauch pro m2 Gebäudenutzfläche: ---
Verbrauch pro m2 Wohnfläche: ca. 182 kWh/(m2/a)
Folgende
Schlüsse zieh ich jetzt daraus:
- die Heizkosten sind jetzt fast genauso hoch wie vorher, nur hat sich die Wohnfläche um gut 50% erweitert und das Warmwasser verteilt sich auf 3 Erwachsene Personen.
- die Kosten pro kWh sind bei der Fernwärme der Geothermie Unterhaching im Verhältnis gefühlt hoch. Ich komme auf gut 140€ pro MWh, der durchschnittliche Mischpreis in Bayern für Fernwärme war 2011 aber 80,34€ (90,60€ mit MwSt). (Details habe dich von hier) (Update 1)
- mein Verbrauch ist nochmal deutlich geringer, als für den Energiepass vorab errechnet (ca. 60 kWh(m2/a) pro m2 Gebäudenutzfläche)
Und jetzt abschließend, wie sieht es mit meiner CO2 Bilanz aus:
Laut Auskunft der Geothermie Unterhaching (vielen Danke für die schnelle und ausführliche Beantwortung meiner Fragen), werden ca 25g/CO2 pro kWh ausgestoßen. Bei meinem Verbrauch 2011 ergeben sich somit 277kg CO2, dadurch ergeben sich im Vergleich zu vorher (Gas) eine Einsparung von 3800kg CO2. Das entspricht wiederum ca 28.000 km Golf fahren.
Mein Holzhaus hat rund 39 Tonnen CO2 eingelagert. Wenn man das jetzt umrechnet auf den Ausstoß für die Beheizung durch die Geothermie Unterhaching, könnte ich (Stand jetzt) gut 140 Jahre heizen, bevor die CO2 Bilanz des Hauses aufgebraucht ist. (siehe Update 2) Da auch der Strom im Haus CO2 Neutral erzeugt wird, ist das insgesamt schon eine saubere Sache. (Über die Biogase hier möchte ich nicht reden
)
Unterm Strich, doch sehr imposante Zahlen, ich bin zufrieden.
Update (1):
Der gefühlt hohe MWh-Preis liegt mit an dem niedrigen Verbrauch, weil dadurch der Anteil des
Arbeitspreises weniger als 50% ausmacht. In dem oben erwähnten bayrischen
Mischpreis sind es jedoch über 80%. Ich hab noch mal genauer nachgerechnet, und bei dem bayrischen Mischpreis komm ich somit auf einen Arbeitspreis von etwa 70€ pro MWh. Der Arbeitspreis der Geothermie Unterhaching sind dagegen doch nur knapp 63€. (Alle Preise Brutto)
Update (2):
zur CO2-Menge meines Holzhauses möchte ich noch etwas ausführlicher angeben, was Baufritz mir hierzu geschrieben hat (Stand 2009):
Im Rahmen der EMAS-Umweltbetriebsprüfung berechnen wir schon seit über zehn Jahren die CO2-Menge, die wir durch unser Wirtschaften erzeugen. Wir erfassen: Firmenfahrzeugkilometer, Kranmontagen, Speditionskilometer, Heizöl-, Flüssiggas- und Stromverbrauch bei uns am Standort Erkheim. Die ermittelte CO2-Emission wird ins Verhältnis gesetzt zur ausgelieferten jährlichen Wohn-Nutzfläche. Das ergibt rund 4,2 Tonnen CO2-Emission pro 100 m² (EMAS 2006) ausgelieferte Wohn-Nutzfläche.
Ihr geplantes VOLL-WERTE-HAUS speichert bei der nachfolgend beschriebenen Ausstattung rund 49 Tonnen ein (Grundlage für die Berechnung sind 262 m² Aussenwandfläche und 75 m² Deckenfläche). Nach Berücksichtigung der CO2-Emissionen für die Herstellung, den Innenausbau und die technischen Gewerke ergibt sich eine Nettoeinspeicherung von rund 39 Tonnen, d.h. Ihr VOLL-WERTE-HAUS ist eine "CO2-Senke“. Durch den Kauf unseres Produktes verbessern Sie Ihre persönliche CO2-Bilanz und wirken klimaschonend für sich und Ihre Nachkommen.